Bürgerbus-Vorhaben in Lemgo stößt auf reges Interesse
Mit einer Auftaktveranstaltung ist die Alte Hansestadt Lemgo offiziell den Weg zur Gründung eines neuen Bürgerbus-Vereins gestartet. Der Stand der Planungen, positive Erfahrungen aus benachbarten Bürgerbussen und Themen zum Mitdiskutieren sorgten für einen regen Austausch zwischen Neugierigen und Entschlo. ssenen. Der nächste Schritt steht bereits fest.
Mehr als 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger waren dabei, um sich über den Stand des Bürgerbus-Projekts informieren zu lassen und sich miteinander darüber auszutauschen. „Was wir hier in Lemgo sehr gut können, ist ehrenamtliches Engagement“, eröffnete Bürgermeister Markus Baier die Veranstaltung. „Das hilft uns jetzt auch in Sachen Mobilität. Denn unser sehr guter STADTBUS kann leider nicht jede Ortslage erschließen“, begründete er die Idee mit Blick auf die allgemein angespannte Haushaltslage der Kommunen und die gegebene Dichte der Besiedlung. Der STADTBUS werde auch weiterhin gute Mobilität auf den bekannten Verbindungen garantieren. In den Gebieten mit einer schlechten Erschließung, so die Absicht der Stadt, könnte der Bürgerbus Lücken im Angebot schließen.
Der Bürgerbus solle im Linienverkehr fahren, nach festem Fahrplan und mit festen Haltestellen, erläuterte anschließend Diplom-Geograph Johannes P. Reimann vom Büro ikoono den Stand der Planungen. Der Unterschied: Zum Einsatz kommen wird ein Kleinbus mit acht Fahrgastsitzen, den auch Personen mit EU-Führerschein-Klasse B führen dürfen. Durch eine Analyse der Voraussetzungen in Lemgo ergäben sich derzeit fünf Vorschläge für eine Route. Diese böten, betonte Reimann, aber nur die Grundlage für eine weitere, vertiefende Diskussion. „Wichtig ist, dass der künftige Bürgerbus-Verein sich da selbst einbringt und mitgestaltet, denn der Bürgerbus muss auch zum Alltag der ehrenamtlich Engagierten passen.“
In Nordrhein-Westfalen sind derzeit mehr als 150 Bürgerbus-Vereine aktiv, mit insgesamt mehr als 3.200 ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer, die pro Jahr mehr als fünf Millionen Kilometer zurücklegen. Sie zeigen das Erfolgspotenzial des Bürgerbus-Prinzips. Untermauern konnten das auch die Vertreterinnen und Vertreter der beiden Bürgerbus-Vereine aus Lügde und Kalletal. „Wir erreichen derzeit Rekord-Fahrgastzahlen, mittlerweile schon über dem Vor-Corona-Niveau“, verkündete Ulrich Dahnz, Vorsitzender des Vereins aus Lügde, als zusätzliche gute Nachricht. „Wir passen die Route hin und wieder auch mal an, um den Bedarf besser zu treffen“, verriet er gleich auch das Erfolgsgeheimnis.
Beiden Vereinen war wichtig, die entscheidende Rolle der ehrenamtlich Engagierten zu betonen: „Sie sollten verlässlich sein und es sollte im Verein menschlich zueinander passen“, so Manfred Gruber aus dem Kalletal. Dann blieben die Menschen, so wie er selbst, durchaus auch dreißig Jahre oder länger dabei.
Hendric Schwär-Fröhlich von der Alten Hansestadt Lemgo geht davon aus, dass das Interesse am Bürgerbus Lemgo schon jetzt in gutem Maße vorhanden sei. Es hätten sich über die Webseite www.buergerbus-lemgo.de bereits einige Personen gemeldet, davon waren einige zur Auftaktveranstaltung verhindert. Der nächste Schritt sei deshalb nun ein Anschlusstreffen, das die Vorbereitungen zur Gründung eines Vereins weiter vorantreiben solle. „Vonseiten der Stadt sind die Weichen gestellt, das gilt insbesondere für die Übernahme der Kosten“, verwies Hendric Schwär-Fröhlich auf die bereits erfolgten Beschlüsse im Verkehrs- und im Haupt- und Finanzausschuss.
An so genannten „Werkbänken“ gingen die Teilnehmenden im zweiten Teil der Auftaktveranstaltung dann in angeregte Gespräche über Routenführung, Marketing, Fahrgastkomfort und Organisationsaspekte, stellten Fragen an die Erfahrenen aus Lügde und Kalletal oder studierten die für diesen Anlass aufgehängten Informationsposter. Das Anschlusstreffen ist für Mitte bis Ende November vorgesehen. Alle, die sich bis dahin mit ihren Kontaktdaten über www.buergerbus-lemgo.de oder direkt bei der Stadt (Stefan Klußmann, Tel. 05261 213-249, Mail s.klussmann@lemgo.de) gemeldet haben, werden rechtzeitig und persönlich dazu eingeladen.
PM Stadt Lemgo
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