Digital durch Italien reisen mit Karl Junker – Neue interaktive Karte
Schlägt man das unscheinbare Büchlein aus dem Nachlass des Künstlers Karl Junker auf, so bietet sich einem erst einmal ein dichter Dschungel von Bleistiftstrichen. Wer erwartet hat, hier ein fein säuberlich geführtes Reisetagebuch mit Zeichnungen, Orts- und Zeitangaben und womöglich gar Anekdoten aus Italien zu finden, hat sich geirrt. Es reihen sich kleine, eilig skizzierte Gebäude an Ausschnitte von Gemälden, während dazwischen der Pferdekopf eines Reiterstandbildes hervorlugt. Um welche Stätten der Kunst- und Architekturgeschichte es sich genau handelt? Karl Junker hielt es wohl nicht für nötig, uns darüber in Kenntnis zu setzen. Dabei wäre es umso interessanter, mehr über diesen prägenden Lebensabschnitt zu erfahren, da über den Künstler bis heute wenig Persönliches bekannt ist und er mit seinem künstlerischen Nachlass viele Rätsel aufgibt. Damit begann also die Recherche für das Projekt einer interaktiven Karte mit knapp 70 Orten, die nun online abrufbar ist.
Karl Junker begibt sich ca. 1878 von München aus auf seine mehrjährige Italienreise. Orientiert an der „Grand Tour“ adliger und bürgerlicher Männer aus den beiden vorherigen Jahrhunderten machen sich ab dem 19. Jahrhundert zunehmend auch die weniger wohlhabenden Kunstschaffenden und -Interessierten auf, um Antike, Mittelalter, Renaissance und Barock hautnah zu erleben.
Der Lemgoer kommt auf dieser Bildungsreise bis nach Süditalien, an West- und Ostküste entlang und besucht zahlreiche Orte. Eindrücke von Gebäuden, Malereien, Skulpturen, Innenräumen und belebten Plätzen hält er meist flüchtig in seinen Skizzenbüchern fest und fertigt detailliertere Zeichnungen auf Einzelblättern an.
Dabei wird deutlich, wie es ihm gelingt, Wesentliches zu erfassen und selbst in groben, eilig angefertigten Strichzeichnungen erfassbar zu machen. Auf anderen Blättern ist unübersehbar, mit welcher Detailtreue und Kenntnis sich Junker den Motiven nähert.
In den letzten Jahrzehnten konnte anhand dieser Bildquellen bereits grob nachvollzogen werden, wo es den Lemgoer Künstler hin verschlagen und welche Motive genau er festgehalten hat. Erschwert wird dies vor allem durch die fast totale Abwesenheit von Orts- oder Zeitangaben. Auf diese bestehenden Forschungen konnte aufgebaut und diese erweitert werden.
Folgen Sie Junker an Orte und finden Sie heraus, was ihn dort besonders interessiert hat und wie diese heute aussehen!
Begeben wir uns auf Karl Junkers Spuren, nähern wir uns nicht nur der sagenumwobenen Figur des zurückgezogenen Künstlers und dessen Biografie, sondern können auch besser verstehen, wie er Elemente der Kunst- und Architekturgeschichte auf seine ganz eigene Art aufgreift. Bei Ihrem nächsten Besuch im Junkerhaus werden Sie diese Bezüge ganz sicher erkennen können.
Die Karte auf der Website des Museums:https://museen-lemgo.de/junkerhaus/karl-junker/italienreise/

PM Museen Lemgo
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