Ergebnisse des DIHK-Energiewendebarometers 2026

IHK Lippe fordert Kurswechsel
Wie wirkt sich die Energiewende auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Deutschland und NRW aus? Das ist die zentrale Frage des jährlich von der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) durchgeführten „Energiewendebarometers“. Viele Unternehmen sehen in der Energiewende weiterhin vor allem Belastungen. Bundesweit ist der „Barometerwert“ von -8,3 auf -11,5 gefallen. In NRW fiel das Ergebnis noch pessimistischer aus: Hier sank der Wert von -14,8 im Vorjahr auf -18,1. Die Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe) fordert einen Kurswechsel.
43 Prozent der Unternehmen bewerten bundesweit die Auswirkungen der Energiewende auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit negativ (NRW: 44 Prozent). Die überwiegend kritische Bewertung der Energiewende geht in diesem Jahr insbesondere auf die Industrie (Bund: 62 Prozent; NRW: 68 Prozent), aber auch auf den Handel zurück. Nur 23 Prozent der Unternehmen verbinden im Bundesdurchschnitt mit der Energiewende eher Vorteile (NRW: 18 Prozent).
Energiekosten gestiegen
Bei jedem zweiten Unternehmen sind die Stromkosten in diesem Jahr weiter gestiegen (49 Prozent). Daraus ergibt sich eine eindeutige Forderung: 77,8 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer wünschen sich eine Senkung des Strompreises. Die Kosten für Wärme (Gas, Fernwärme, Heizöl) haben sich sogar für zwei Drittel (67 Prozent) erhöht.
Verlagerung von Produktion
Die Einschränkung wirtschaftlicher Aktivitäten in Deutschland aufgrund der energie- und klimapolitischen Rahmenbedingungen setzt sich fort und erreicht weiterhin besorgniserregend hohe Werte. Viele Unternehmen befinden sich nicht mehr in einer Prüf- oder Planungsphase, sondern setzen bereits konkrete Schritte um. Unter den großen Industrieunternehmen gibt etwa ein Drittel an, Verlagerungsmaßnahmen bereits zu realisieren.
Investitionen rückläufig
Unternehmen stellen Investitionen aufgrund hoher Energiekosten zunehmend zurück: Rund ein Drittel der Unternehmen verschiebt Investitionen in ihre Kernprozesse, weil hohe Energiekosten die finanziellen Spielräume einschränken. Die hohen Energiekosten wirken sich zudem unmittelbar auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen aus.
Konkrete Forderungen
Fast 80 Prozent der Befragten erwarten von der Bundesregierung eine weitere Absenkung von Steuern und Abgaben auf den Strompreis sowie eine klare Strategie zum Ausbau der Energieinfrastruktur. Mehr staatliche Investitionen in die erforderliche Infrastruktur für die Energiewende verlangen gut 70 Prozent der befragten Unternehmen.



IHK Lippe fordert Kurswechsel
„Die Ergebnisse sind ein deutliches Warnsignal“, so Matthias Carl, Geschäftsführer der IHK Lippe. „Wir benötigen einen konsequenten Kurswechsel, damit die Energiewende gelingt, ohne den Unternehmensstandort Deutschland, Arbeitsplätze und Wohlstand weiter zu gefährden“, fordert Carl. Dazu brauche es vor allem mehr Augenmaß und verlässliche Rahmenbedingungen.
Die IHK Lippe wünscht sich, dass die Politik gemeinsam mit der Wirtschaft tragfähige Lösungen entwickelt, um die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern. „Vor Ort sind wir hier bereits aktiv“, berichtet Carl: „In der Region wollen wir gemeinsam mit allen Akteuren konkret an wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Lösungen für die Energieversorgung der Zukunft arbeiten.“
Rahmendaten der Umfrage
3.100 Unternehmen aus allen Branchen, davon 627 aus Nordrhein-Westfalen, haben sich an der Umfrage beteiligt. (Branchenanteile im Bund: Dienstleistungsbranche 56 Prozent, Industrie 23 Prozent, Handel 14 Prozent, Bauwirtschaft 6 Prozent).
Weitere Informationen:
www.ihk.de/lippe-detmold: Artikel-Nr. 7126436
PM IHK Lippe
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