TBV unterliegt Melsungen in Verfolgerduell
Der TBV Lemgo Lippe muss im Verfolgerduell mit der MT Melsungen Federn lassen. Gegen den EHF European League-Teilnehmer und Vorjahresdritten aus Nordhessen unterlagen die Lipper am 27. Spieltag der DAIKIN Handball-Bundesliga denkbar knapp mit 26:27(15:13). Damit rücken Melsungen (Platz 7) und der TBV (Platz 6) nun auf drei Punkte zusammen.
Wie bereits in den Vorwochen musste Florian Kehrmann einmal mehr auf den zuletzt an der Hand operierten Urh Kastelic verzichten. Für ihn rückte Linus Borreck erneut in den Kader. Zudem fehlte Spielmacher Lukas Hutecek aufgrund von Rückenbeschwerden und wurde durch Marco Bilanzola vom Team HandbALL ersetzt, der gegen die MT sein Debüt im Bundesligakader feierte.
Doch auch die MT musste in Lemgo wieder auf ihren Spielmacher Erik Balenciaga verzichten – und so verwunderte es nicht, dass zu Beginn des Spiels beide Teams noch ihren Rhythmus suchten. Erst nach vier Minuten beendete Hendrik Wagner die Torflaute und traf sicher zum 1:0. In der Folge sorgte vor allem einer für Aufsehen: Constantin Möstl vernagelte das Tor und ebnete mit vier Paraden (80% Paradenquote) früh den Weg zur 4:0-Führung (6.) der Lipper. Genug gesehen hatte schließlich MT-Torhüter Nebojsa Simic, der sein Team mit starken Paraden zurück ins Spiel brachte. Leidtragender: Wagner, der zweimal in Folge völlig frei an Simic scheiterte (11., 5:3). Der TBV präsentierte sich im Abwehrverbund voll auf der Höhe und bestens eingestellt auf das Melsunger Angriffsspiel. Erst nach 20 Minuten zeigte Samuel Zehnder erstmals Nerven und warf einen Siebenmeter deutlich über das Gehäuse (19., 10:7). Eine kurze Schwächephase der Lemgoer bestraften die Nordhessen in der Folge eiskalt und kamen kurze Zeit später zum 10:9-Anschlusstreffer (21.). Doch der TBV wehrte die Druckphase der MT erfolgreich ab, wenn auch mit etwas Glück: Erst landete ein abgefälschter Ball von Mudrow noch im Tor (24., 13:10), dann konnte in den Schlusssekunde nicht genau entschieden werden, ob ein Wurf von Aron Mensing noch rechtzeitig im Tor von Möstl landete. Die Schiedsrichter vertrauten schließlich ihrem ursprünglichen Eindruck und gaben den Treffer nicht (30., 15:13).
Doch zum Start der zweiten Halbzeit folgte prompt die kalte Dusche für den TBV. Mit einem 0:3-Lauf zog die MT an den Lemgoern vorbei und ging bereits drei Minuten nach dem Wiederstart mit 15:16 (33.) in Führung. Nach 40 Minuten nahm Kehrmann beim Stand von 17:19 eine Auszeit und musste aufpassen, dass seinem Team das Spiel nicht völlig aus der Hand glitt. In einem wilden Schlagabtausch kämpfte sich der TBV in der Folge immer wieder erfolgreich heran, scheiterte jedoch zu oft frei am starken MT-Schlussmann Simic. Sieben Minuten vor dem Ende sollte Joel Willecke zwar der 23:23-Ausgleich gelingen, doch die Melsunger Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Als Aaron Mensing zwei Minuten vor dem Ende einmal mehr zur 26:27-Führung traf (58.), ahnte wohl noch niemand, dass dies der spielentscheidende Treffer sein sollte. 20 Sekunden vor dem Ende bot sich Zehnder noch einmal die Gelegenheit von der Siebenmeter-Marke zum Ausgleich zu treffen – doch Simic wurde mit Parade Nummer 13 zum Matchwinner. Beste Lemgoer-Werfer bei der 26:27-Niederlage waren mit je fünf Treffern Versteijnen und Mudrow.
Durch die Niederlage rückt die MT Melsungen (32:22-Punkte) nun auf drei Zähler an den TBV (35:19-Punkte) heran. Weiter geht es für die Lemgoer in den kommenden Wochen mit extrem herausfordernden Aufgaben:
Sowohl in der Liga (12.4.) als auch im Pokal (18.4.) treffen die Lipper auf den amtierenden Deutschen Meister, die Füchse Berlin. Das Ligaspiel ist bereits seit Wochen restlos ausverkauft.
Die Stimme zum Spiel von Florian Kehrmann: „Uns tut diese Niederlage heute besonders weh, weil ich glaube, wir haben heute sehr viel auf dem Spielfeld gelassen. Wir haben in der Woche kurzfristig mit Lukas Hutecek sicherlich einen unserer Anführer nicht einsetzen können. Das haben wir super weggesteckt und irgendwo war heute eigentlich ein Punkt verdient.
Wir machen in der Phase, wo wir das Spiel eigentlich unter Kontrolle haben, ein, zwei Fehler zu viel. Ich glaube, da lassen wir Melsungen im Spiel. Am Ende entscheiden dann Kleinigkeiten, ob es der Abpraller ist, wenn zwei Abwehrspieler schon auf 6 Metern im Raum stehen und deswegen den Abpraller kriegen oder nicht. Das sei dahingestellt. Ich glaube, dafür haben wir eigentlich die Bilder, die man sich da angucken kann. Scheinbar aber nie darf, vor allem in unserem Fall.
Letztendlich müssen wir damit leben. Wir haben ein, zwei freie Würfe zu viel vergeben. Trotzdem bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft, und ich glaube, wir haben heute wirklich einen großen Kampf geliefert. Wir werden jetzt weiterarbeiten, und jetzt kommt der Doppelspieltag gegen Berlin, und da freuen wir uns schon drauf.“
TBV Lemgo Lippe – MT Melsungen 26:27 (15:13)
TBV Lemgo Lippe: Möstl (13 Paraden), Borreck; Theilinger, Zehnder 3/1, Mudrow 5, Simak 3, Schagen 2, Carstensen, Nyfjäll, Suton 2, Willecke 4, Versteijnen 5, Wagner 2, Faust, Bilanzola
MT Melsungen: Simic (13/1 P.), Palasics; Marchan 1, Mandic 1, Sipos, Kristopans 5, Ignatow, Drosten 3, Stefansson, Kulesh, Arnarsson 1, Forsell Schefvert 4, Mensing 9, Guardiola, Darmoul 2, Kastening 1
PM TBV Lemgo Lippe



